UNA Nettersheim

Sonntag, 21. Juli 2019
UNA: „Kommune drohen Klagen“
Dienstag, den 05. Juli 2011 um 18:37 Uhr
Grüne und Unabhängige sehen es als „nicht realistisch, nicht effizient und kontraproduktiv“ an, sich nicht auf eine Arbeitsgruppe für die Gemeindebelange zu beschränken, um Windkraftstandorte vorschlagen zu können.
 
NETTERSHEIM - Große Bedenken hegt die UNA-Fraktion , was die jüngst eingeschlagene Richtung der Gemeinde in Sachen Windenergie angeht. Die Unabhängigen und Grünen hegen den Verdacht, dass sich Rat und Verwaltung aus der Verantwortung stehlen wollen, anstatt möglichst bald einen konkreten Plan für neue Windräder und Konzentrationszonen zu erstellen.
 
Zuletzt im Hauptausschuss der Gemeinde war mit Mehrheit der CDU- und SPD-Fraktion und auf Vorschlag von Bürgermeister Wilfried Pracht beschlossen worden, zunächst eine Reihe von Gremien zur Windenergie zu gründen und unter Beteiligung des Wuppertal Instituts später ein Konzept zu erstellen, dass dann durchaus auch für die Region Eifel tragfähig sein sollte (wir berichteten). Und genau hier setzt die Kritik der UNA an: Franz-Josef Hilger und seine Fraktionskollegen sehen es als „nicht realistisch, nicht effizient und kontraproduktiv“ an, sich nicht auf eine Arbeitsgruppe für die Gemeindebelange zu beschränken, um den Bürgern zeitnah neue Windkraftstandorte vorschlagen zu können – zumal es laut UNA in den Nachbarkommunen schon sehr konkrete Vorstellungen dazu geben soll.

Windräder EngelgauSollte der neue Windenergieerlass der Landesregierung im Sommer Rechtskraft erhalten, so die UNA-Fraktion weiter, werde Nettersheim „ohne eine vernünftige Konzeption“ dastehen. Neben einer ganzen Reihe von Anträgen, die man nicht alle ablehnen oder „in die Warteschleife schicken“ könne, werde es dann auch Klagen von Antragstellern geben, die durchaus Aussicht auf Erfolg hätten. Als Beispiel nennt die UNA die Windkraftzone in Engelgau.

Dort liegen bereits Anträge auf Repowering, also den Bau neuerer und vermutlich auch größerer Anlagen vor. „Wir sind immer für die Fläche in Engelgau eingetreten, aber dem Bau von Windrädern mit beispielsweise bis zu 135 Metern Höhe dort werden wir nicht zustimmen“, betonte Franz-Josef Hilger in einer Stellungnahme für den „Kölner Stadt-Anzeiger“. Dafür gebe es besser geeignete Standorte.

Die UNA hatte bereits eine Fläche am Rande der Autobahn 1 vorgeschlagen, Standorte im Mürel oder im Gemeindewald entlang der Bundesstraße 258 kämen aber auch in Frage. Jedenfalls sei es nötig, Alternativen nicht zuletzt für Engelgau vorzuhalten. Auch das Vorhaben der Kirchengemeinde Marmagen, gemeinsam mit der „ene“ einen Windpark mit vier Anlagen zu errichten, sehen die UNA-Leute positiv.

Antrag bereits vorgestellt

Allerdings fragen sich die Unabhängigen, wann mit einem zeitnahen Beschluss dafür gerechnet werden kann, wenn das Projekt erst noch „in diversen Arbeitskreisen, Beiräten und Kommissionen“ behandelt werden soll. Die Kirchengemeinde hatte ihren Antrag im Bauausschuss vorgestellt und wartet nun ebenso auf Bescheid von der Verwaltung wie die Firma REA, die ihren Antrag zum Bau eines Windparks an der A1 erläutert hatte.

„Wir sollten uns nicht unter Zeitdruck setzen lassen, aber notwendige Entscheidungen auch nicht auf die lange Bank schieben“, lautet der Tenor in Reihen der UNA. Andernorts würden vielleicht bald schon neue Rotoren Geld in die Gemeindekasse wie in die Taschen der Bürger wehen, die in Nettersheim möglichst am Profit durch die Anlagen beteiligt werden sollen.

Kölner Stadtanzeiger vom 05.07.2011 - Von Bernhard Romanowski
 
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