UNA Nettersheim

Donnerstag, 21. März 2019
Dollendorfer laufen Sturm
Freitag, den 01. Juli 2011 um 17:43 Uhr
Heute Abend soll im Blankenheimer Rat über die grundsätzliche Richtung, die die Gemeinde in Sachen Windkraftanlagen einschlägt, entschieden werden. Demnach sollen neue Windkraftanlagen entstehen. Doch bereits im Vorfeld laufen 50 Bürger aus Dollendorf Sturm gegen diese Überlegungen.
 
BLANKENHEIM - An der Ahr rumort es. Heute Abend soll im Blankenheimer Rat über die grundsätzliche Richtung, die die Gemeinde in Sachen Windkraftanlagen einschlägt, entschieden werden. Demnach sollen neue Windkraftanlagen nördlich von Blankenheim im Mürel und südlich von Dollendorf im Oberbusch entstehen. Doch bereits im Vorfeld laufen 50 Bürger aus Dollendorf Sturm gegen diese Überlegungen.
Günther Linnertz und Arno Caspers aus Dollendorf sind Ansprechpartner der Initiative, die ein Schreiben an die Mitglieder des Gemeinderats gerichtet hat. Darin wird die Befürchtung geäußert, dass im Rat Fakten geschaffen werden sollen, ohne dass dieser unvoreingenommen und unabhängig seine Entscheidung treffe.

„Ausverkauf der Ressourcen“ befürchtet
 
„Es geht um Geld, um viel Geld“, wissen die Dollendorfer. „Wir sehen sehr wohl die finanziellen Nöte der Gemeinde“, argumentieren sie. Dennoch weisen sie darauf hin, dass ein Windpark mit neuen, großen Windrädern „eine erhebliche Veränderung des Landschaftsbildes“ bedeuten würde, was einem „gewaltsamen Eingriff in die Natur“ gleichkomme.

„Wir wehren uns gegen den bedingungslosen Ausverkauf unserer wertvollen Ressourcen!“ schreiben die Bürger. Windkraftanlagen gehörten nicht in Waldgebiete. Außerdem sei damit sozialer Unfrieden vorprogrammiert. Schon jetzt würden die Themen Windkraft und Energiewende im Gespräch mit Nachbarn und Freunden geschickt umgangen, weil ansonsten gestritten werde. Das zeigten Beispiele aus anderen Gemeinden.

Über das Thema wird heute im öffentlichen Teil der Ratssitzung beraten, im nichtöffentlichen Teil wird dann über eingeholte Angebote von Windkraft-Betreibern beziehungsweise -Projektierern beraten. Der Gemeinde liegen fünf Angebote vor, die bereits von der Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft „PKF Fasselt Schlage“ unter die Lupe genommen wurden. Über deren Präferenz soll nichtöffentlich entschieden werden.

Die Verwaltung befürchtet, dass die Gemeinde Blankenheim bei einer weiteren defizitären Entwicklung - wovon auszugehen sei - demnächst in der Haushaltssicherung lande. Mit den vorliegenden Angeboten würde es der Gemeinde ermöglicht, jährlich 600 000 Euro Pachteinnahmen - ohne Gewerbesteuereinnahmen - zu erwirtschaften. Das, so teilt der Kämmerer mit, „stellt in der Geschichte der Gemeinde Blankenheim eine historische Chance dar“, die für 25 Jahre die Finanzsituation wesentlich verbessern könne.

Die Verwaltung verweist weiter darauf, dass im Bereich Dollendorf ja auf rheinland-pfälzischem Gebiet ohnehin Windkraftanlagen errichtet würden. Die Optik der Landschaft würde also dort auf jeden Fall verändert. Die Anlagen bei Blankenheim dürften wohl in erster Linie von Blankenheimerdorf sichtbar sein. Blankenheim als Kernort erfahre keine oder nur geringe optische Einschränkungen.

In Fachausschüssen und im Rat wurde bereits mehrfach über neue Windkraftanlagen diskutiert, wobei die Politik bislang noch keine klare Position zum Thema fand. Nun soll im Rat eine grundsätzliche Positionierung herbeigeführt werden. Doch selbst wenn die Weichen in Richtung Windkraft im Wald gestellt werden, kann damit noch nicht gebaut werden. Denn zunächst muss die Landesregierung einen neuen Windenergieerlass beschließen. Ohne diesen dürfen die bis über 180 Meter hohen Windräder nämlich nicht im Wald errichtet werden.

Kölnische Rundschau vom 01.07.2011 - Von Klaus Pesch

 
mod_vvisit_countermod_vvisit_countermod_vvisit_countermod_vvisit_countermod_vvisit_countermod_vvisit_countermod_vvisit_counter
Copyright © 2019 UNA Nettersheim. Alle Rechte vorbehalten.
Joomla! ist freie, unter der GNU/GPL-Lizenz veröffentlichte Software.