UNA Nettersheim

Mittwoch, 23. Oktober 2019
Gut für die Umwelt und sehr lukrativ
Dienstag, den 28. Juni 2011 um 15:42 Uhr
Für zwei neue Standorte 600 000 Euro an Pacht geboten 
 
Blankenheim. Die Aufstellung weiterer Windkraftanlagen auf Blankenheimer Gemeindegebiet soll in der Ratssitzung am Donnerstag erstmals öffentlich diskutiert werden. In den vergangenen Monaten hatten fünf verschiedene Firmen den Politikern hinter verschlossenen Türen ihre Angebote unterbreitet. Sie scheinen so lukrativ zu sein, dass Bürgermeister Rolf Hartmann (parteilos) nun sogar überlegt, gemeinsam mit den Nachbarkommunen Bad Münstereifel, Nettersheim und Dahlem eine Windkraftfirma zu gründen, zum Beispiel als Zweckverband.

Bisher ist es in der Eifel eigentlich üblich, lediglich die Standorte an Betreiberfirmen zu verpachten.Wie aus der Verwaltungsvorlage hervorgeht, bieten Windkraftfirmen für die beiden geplanten Standorte bei Dollendorf und Blankenheim, die dem Forstbetrieb der Gemeinde gehören, jährlich rund 600 000 Euro Pacht. Mit dieser Summe ließe sich das jährliche Etatdefizit schon zu einem erheblichen Teil reduzieren.

Laut Kämmerei ist dies eine "historische Chance", denn Pachteinnahmen verringern im Gegensatz zu anderen Einkünften nicht die Zuweisungen des Landes. Darüber hinaus würden auch noch Gewerbesteuern in die Gemeindekasse fließen.

Ein lohnendes Geschäft

Doch der Bürgermeister schlägt vor, noch weitere wirtschaftliche Vorteile zu nutzen. "Ganz offensichtlich ist der Betrieb von Windkraftanlagen ein lohnendes Geschäft, denn sonst würden der Gemeinde nicht so hohe Pachtzahlungen angeboten", erklärte Hartmann auf Nachfrage. Ein interkommunaler Betrieb könne nicht nur die Windräder gemeinsam betreiben, sondern würde auch für einen Konsens unter den Nachbarn sorgen. Denn es ist allseits "beliebt", Windräder auf die Grenze zu den Nachbarn zu setzen, was nicht eben für Begeisterung sorgt.

Der Blankenheimer Bürgermeister gab an, mit seinem Dahlemer Kollegen noch nicht gesprochen zu haben. Doch mit Nettersheim und Bad Münstereifel habe es bereits entsprechende Überlegungen gegeben. "Mit Nettersheim erstellen wir schon zusammen ein Klimaschutzkonzept, da bietet sich auch bei der Nutzung der Windenergie ein gemeinsames Vorgehen an", sagte Hartmann.

Zunächst einmal erwartet Hartmann jedoch vom Blankenheimer Rat eine Grundsatzentscheidung für oder gegen die weitere Nutzung der Windenergie. Außerdem möchte der Bürgermeister prüfen, ob eines oder mehrere Windräder eventuell mit der Bevölkerung gemeinsam betrieben werden könnten.

Im nicht-öffentlichen Teil der Ratssitzung wollen die Politiker dann die Angebote unter die Lupe nehmen. Eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat im Auftrag der Gemeinde ein entsprechendes Gutachten erstellt. Doch egal, wer die Windräder später betreibt - die Gemeinde hätte auf jeden Fall nicht nur finanzielle Vorteile: Sie könnte den Strom rechnerisch zu über 100 Prozent aus erneuerbaren Energien erzeugen.

Kölner Stadtanzeiger vom 28.06.2011 - Von Johannes Puderbach
 
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