UNA Nettersheim

Dienstag, 22. Januar 2019
Bei Remmel massiv beschwert
Mittwoch, den 12. November 2014 um 18:36 Uhr

Als die Rundschau BUND-Mitglied Volker Hoffmann darauf ansprach, ob es eigentlich Bewegung bezüglich der Industrieruine in Buir gegeben habe, teilte er mit, er habe sich in der Sache jetzt bei Landesumweltminister Remmel beschwert.

Eifelland. BUND-Mitglied Volker Hoffmann eckt gerne einmal an, wenn er der Ansicht ist, dass es der Sache förderlich ist. Als die Rundschau ihn darauf ansprach, ob es eigentlich Bewegung bezüglich der Industrieruine in Buir gegeben habe, die im Laufe des Jahres Land Bezirksregierung, Kreis Euskirchen und Gemeinde Nettersheim beschäftigt hatte, teilte er mit, er habe sich in der Sache jetzt bei dem grünen Landesumweltminister Johannes Remmel beschwert.

Er müsse ihn leider auf Missstände hinweisen, die so nicht tolerierbar seien, schrieb der BUND-Vertreter an Remmel. So sei der Zustand der Industrieruine Buir unhaltbar. Nach wie vor könne das Gelände von Unbekannten ungehindert betreten werden. Von der Gemeinde Nettersheim versprochene Sicherungsmaßnahmen seien „eine Farce“.

Die Bedachung des Gebäudes löse sich langsam auf, Regenwasser könne frühere Imprägnierungsreste in einen Bach spülen. Die Ruine werde derzeit offenbar von paramilitärischen Gruppen zu Schießübungen benutzt. Zu welcher Gruppierung die Täter gehörten, könne er nicht sagen, aber was, wenn es sich um terroristische Aktivitäten handele? Tarnanzüge würden benutzt, und nach Aussage eines Zeugen sei auch schon scharf geschossen worden. Spuren deuteten darauf hin, dass dort Fahrtraining betrieben werde.

Die Polizei hängt die Sache erheblich tiefer: Wie die Kreispolizeibehörde auf Anfrage mitteilte, kam es im August zu einem Einsatz, bei dem eine verdächtige Person überprüft werden sollte. Angetroffen wurde jedoch offenbar niemand. Im Juni und August habe es Meldungen zu verdächtigen Personen und verdächtigen Geräuschen gegeben.

Regelmäßig Streife an der Industrieruine

Polizeibeamter Norbert Severt vom Bezirksdienst Blankenheim fährt regelmäßig Streife an der Industrieruine. Er berichtete, früher habe es dort „Gotcha“-Spieler, die mit Farbpistolen aufeinander zielen, gegeben. Auch Fahrschulen nutzten das Gelände. Dass derzeit Reifenspuren auf dem Asphalt zu sehen sind, könne von „Burn-Out“-Aktivitäten anderer Personen herrühren: So gibt es Menschen, die sich einen Jux daraus machen, die Reifen dermaßen auf dem Asphalt zu drehen, bis sie rauchen.

Volker Hoffmann sagte der Rundschau, außerdem habe er Abkippungen, Reste von Hackschnitzeln und Erdablagerungen auf dem herrenlosen Gelände entdeckt. Er fordere nun, dass Remmel persönlich sich die verfahrene Situation vor Ort ansehe. Hoffmann sagte, er überlege, Anzeige gegen unbekannt zu erstatten. Außerdem wolle er den Parteirat der Grünen informieren.

Doch damit nicht genug. Zwei weitere Probleme liegen Hoffmann auf dem Magen. Da sei zum einen die Biogas-Anlage im Blankenheimer Gewerbegebiet, die in der Vergangenheit wiederholt Geruchsbelästigungen verursachte. Jüngst hatte der Kreis eine Erweiterung der Anlage entgegen dem Votum der Gemeinde Blankenheim bewilligt. Eine Stellungnahme des Ministeriums dazu stehe nach wie vor aus. Vier Lebensmitteldiscounter befänden sich in der Nähe der Anlage, und dies sei schon lange vor Inbetriebnahme der Fall gewesen.

Auch als im Forsthaus Scheuren bei Bad Münstereifel Grundwasser des Brunnen kontaminiert worden sei, habe das Ministerium eine schnelle Prüfung zugesagt. Geschehen sei aber nichts.

Wenn weiterhin keine Reaktion erfolge, so Volker Hoffmann, sehe er sich eventuell gezwungen, sich an Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) persönlich zu wenden, damit es Bewegung in der Sache gebe.


Kölnische Rundschau vom 11.11.2014 - Von Klaus Pesch

 

 
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