UNA Nettersheim

Mittwoch, 23. Oktober 2019
„Herrenlose Immobilie“ will niemand haben
Sonntag, den 17. November 2013 um 15:46 Uhr

Die Kontroverse über die ehemalige Imprägnierfabrik im Wald bei Buir zieht weitere Kreise. Die Industrieruine sei weder ins Eigentum des Landes übergegangen noch mittelfristig davon ausgegangen werden könne, dass dies der Fall sein werde. 

Buir. Die Kontroverse über die ehemalige Imprägnierfabrik im Wald bei Buir zieht weitere Kreise. Gestern informierte MdL Hans Christian Markert (Sprecher für Umwelt-, Verbraucher- und Anti-Atompolitik von Bündnis 90/ Die Grünen) die Rundschau über ein Treffen zu diesem Thema in Düsseldorf. „Wir haben uns mit hochrangigen Vertretern der Landesregierung getroffen“, sagte Markert. Dabei sei bekannt geworden, dass die Industrieruine weder ins Eigentum des Landes übergegangen sei noch mittelfristig davon ausgegangen werden könne, dass dies der Fall sein werde. Es handele sich also um eine „herrenlose Immobilie“.

Daraus sei abzuleiten, dass für die ordnungsrechtliche Gefahrenabwehr die Gemeinde Nettersheim zuständig sei, für umweltrechtliche Gefahrenabwehr hingegen der Kreis Euskirchen. In den vergangenen Wochen habe der Kreis entsprechende Aktivitäten unternommen. Mittlerweile solle die Immobilie gegen unbefugten Zutritt gesichert sein. Das sei aber von Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND), Grünen und einer Anwohnerin teilweise in Zweifel gezogen worden. Kinder könnten immer noch in die Ruine gelangen.

Die Gemeinde Nettersheim erwarte wohl, dass die Immobilie in Kürze ans Land übergehe oder dies schon geschehen sei. „Man hat den Eindruck, die Kommune hat gewartet, um zu sehen, wer wohl die Kosten übernehmen könnte“, sagte Markert. Inzwischen sei klar, dass ein Besitzübergang derzeit nicht erfolge. Gleichzeitig habe ein Vertreter des Verkehrsministeriums mitgeteilt, dass man nicht davon ausgehen könne, dass mittelfristig dort Ausgleichsmaßnahmen im Zuge des Weiterbaus der A1 realisiert werden könnten. Es seien weitere Maßnahmen geplant, über die man jedoch Stillschweigen vereinbart habe.

Nettersheims Bürgermeister Wilfried Pracht war gestern bis Redaktionsschluss für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Wegen der Industrieruine hatte Volker Hoffmann (BUND) kritisch nachgefragt, wer eigentlich die Erlaubnis gegeben habe, dass dort eine Hundestaffel trainieren dürfe. Von Silvia Mostert aus Tondorf erfuhr die Rundschau, dass nicht, wie vermeldet, die Malteser dort mit einer Hundestaffel trainieren, sondern die Johanniter. Sie sagte, diese hätten vor 16 Jahren vom Konkursverwalter der früheren Imprägnierfabrik die Erlaubnis erhalten, auf dem Gelände zu üben. Man verfüge über einen Schlüssel für den Eingang. Bis zu dreimal pro Woche sei auf dem Gelände geübt worden. Dabei habe es nie Probleme gegeben. Die Johanniter hätten sich auch darum gekümmert, dass die Fabrik nicht zugänglich gewesen sei.

Probleme habe es jedoch im Sommer gegeben. Da sei „Gotcha“, also Paintball, in dem Gelände gespielt worden. Die Spieler hätten sich Zugang verschafft, so sei der Zugang zur Fabrik geöffnet worden. Die Johanniter, die im Übrigen gut mit Polizei und Ordnungsamt zusammengearbeitet hätten, seien mit dem Schließen der Lücken nicht nachgekommen. Mostert kritisierte die derzeitige Diskussion um das Gelände. Durch das öffentliche Aufsehen sei mittlerweile ein solcher „Tourismus“ dort entstanden, dass die 18 Mitglieder der Hundestaffel auf das ehemalige Militärgelände bei Reetz ausweichen müssten.


Kölnische Rundschau vom 16.11.2013 - Von Klaus Pesch

 

 
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