UNA Nettersheim

Mittwoch, 23. Oktober 2019
Industrieruine wird zum „Wespennest“
Freitag, den 18. Oktober 2013 um 17:45 Uhr

Die ehemalige Imprägnierfabrik bei Buir, deren Erbe von den Nachfahren des Firmeneigners ausgeschlagen wurde, so dass es möglicherweise zu einer Fiskalerbschaft kommt, treibt mittlerweile Land, Bezirksregierung, Kreis und Gemeinde Nettersheim um.

Buir. „Wir haben da in ein Wespennest gestochen“, sagte gestern MdL Hans Christian Markert, Fraktionssprecher der Grünen im Landtag. Die ehemalige Imprägnierfabrik bei Buir, deren Erbe von den Nachfahren des Firmeneigners ausgeschlagen wurde, so dass es möglicherweise zu einer Fiskalerbschaft (siehe Kasten) kommt, treibt mittlerweile Land, Bezirksregierung, Kreis und Gemeinde Nettersheim um, wobei es zum Teil sehr strittig zugeht.

Offenen Kanal gesichert

Gestern Nachmittag war der Kreis mit Vertretern seiner Umweltbehörden noch einmal auf dem Gelände. Dabei wurden aus allen möglichen Behältnissen Proben genommen, die in den nächsten Tagen analysiert werden. Gleichzeitig wurde ein offener Kanal mit einer schweren Platte gesichert und Halle, Türen und Fenster weiter verstärkt, so dass laut Pressesprecher Walter Thomaßen niemand mehr eindringen kann.

Foto: Klaus PeschAls BUND, Vertreter der Grünen und Markert gemeinsam mit der Presse vor einer Woche das Gelände betraten, war noch ungehinderter Zugang in die Hallen möglich. Thomaßen sagte gestern der Rundschau, das Gelände sei regelmäßig kontrolliert worden, möglicherweise aber nicht das Innere der Hallen, wobei er davon ausgehe, dass diese gesichert gewesen seien. Dazu sagte Markert gestern: „Es gibt eine Wanne, in der sich vermutlich Borsalze befinden, Fässer mit teerhaltigen Flüssigkeiten, und das Dach ist einsturzgefährdet. Wir haben mindestens ein Fass Levoxin 15 (Hydrazin) gefunden. Das ist krebserregend, gewässer- und gesundheitsgefährdend. Da waren noch 30 bis 40 Liter drin.“ Außerdem gebe es Löcher, in die man reinplumpsen könne. Markert: „Das kann denen doch nicht entgangen sein.“

Der Nettersheimer Bürgermeister Wilfried Pracht, so Markert, „schießt ziemlich scharf und wird auch persönlich“. Er habe gestern mit Staatssekretär Peter Knitsch ein kurzes Gespräch gehabt und werde ein Schreiben bekommen, das Pracht Umweltminister Johannes Remmel gesandt hatte. „Ich bekomme dieses nun zugestellt“, sagte Markert. Er werde versuchen, mit allen relevanten Landesbehörden einen Erörterungstermin zu bekommen. Für den Juristen Markert ist aber schon jetzt klar: „Wenn die Immobilie derzeit noch herrenlos ist, sind die zuständigen Ordnungsbehörden gehalten, eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit abzuwenden.“ Bürgermeister Pracht habe dafür Sorge zu tragen, dass das Gelände abgesperrt werde. Man werde auch die Kreisumweltbehörde befragen, ob es keine Gefahren für den kanalisierten Bachlauf unter dem Gelände gebe.

Pracht, der ordnungsbehördlich offenbar nicht tätig wurde, ist anderer Auffassung: „Ich habe ein Schreiben des Umweltministeriums vom September, dass das Land sich als Eigentümer sieht. Das kann ich daraus deutlich herleiten.“ Er habe höchstrichterliche Entscheidungen vorliegen, wonach das Land die Pflicht habe, solche Immobilien zu übernehmen. Dem Umweltminister habe er deshalb geschrieben, dass er die Eigentumspflichten übernehmen müsse.


Kölnische Rundschau vom 18.10.2013 - Von Klaus Pesch

 

 

 
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