UNA Nettersheim

Dienstag, 22. Januar 2019
Nächtlicher Feuerwehreinsatz in der Ruine Buir
Freitag, den 23. Oktober 2015 um 17:37 Uhr

Die Kreisverwaltung möchte um die Industrieruine Buir einen Zaun für 20.000 Euro errichten, um ungewollte Eindringlinge abzuhalten. Die Grundschuld des Geländes schreckt potenzielle Käufer ab. Verzichtet Bank auf die 600.000 bis 800.000 Mark?

Buir. Seit Jahren verrottet die Industrieruine Buir, ein Gelände, auf dem früher von der Ruhr KG Holz imprägniert wurde, in einem abgelegenen Waldgelände zwischen Buir und Schönau. Umweltschützer und Grüne fordern vehement eine ausreichende Sicherung des Geländes, doch bislang tat sich wenig. Regelmäßig werden von Unbekannten Zugänge zu dem nicht ungefährlichen Fabrikgebäude aufgebrochen und es finden dort nächtliche Adventure-Aktivitäten statt. Doch jetzt scheint etwas Bewegung in die Sache zu kommen.

Achim Blindert, Leiter des Geschäftsbereichs Bauen und Umwelt beim Kreis, teilte auf Anfrage mit, auf das „herrenlose Gelände“ sei derzeit noch eine Grundschuld eingetragen. Es handele sich da wohl um einen Betrag zwischen 600 000 bis 800 000 Mark.

Land lehnt Kauf wegen Grundschuld ab

Blindert: „Das hindert jeden daran, dieses Grundstück zu übernehmen.“ So habe das Land das Gelände abgelehnt, weil ansonsten die Bank vom neuen Eigentümer Geld sehen wollte. Nach intensiven Verhandlungen gebe es nun Signale, dass die ausländische Bank mit einer Löschung der Eintragung im Grundbuch einverstanden sein könnte.

Foto: LarmannVoraussetzung dafür sei allerdings, dass sie nicht mit weiteren Kosten belastet werde. Derzeit suche das Rechtsamt nach einer Lösung.

„Wir haben mit dem Umweltministerium gesprochen, ob man dieses Grundstück vom unteren Bereich her aus Richtung Schönau und Buir mit einem Zaun sichern könnte. Dieser würde um die 20 000 Euro kosten“, sagte Blindert. Nun wolle man beim Land eruieren, ob es dafür eine Fördermöglichkeit gebe.

Damit ist natürlich das problematische Gebäude selbst nicht beseitigt. Nettersheims Bürgermeister Wilfried Pracht hatte favorisiert, dass eine Sanierung im Rahmen von Ausgleichsmaßnahmen für den irgendwann einmal stattfindenden Weiterbau der A1 geschehen könne. Doch nur die große asphaltierte Außenfläche, nicht aber die Gebäude selbst hätten aus einem solchen Finanzierungspaket saniert werden können.

Eigenanteil von 20 Prozent der Abrisskosten

Blindert: „Für den Abriss könnte man zwar Fördermittel des Landes in Anspruch nehmen, letzten Endes verbleibt jedoch ein Eigenanteil von 20 Prozent bei der Kommune.“ Ein sechsstelliger Betrag könne auf die Gemeinde zukommen.

Die Situation rund um das Gelände sei „chaotisch“, schilderte Theresia Rolshoven, die ein Haus in der Nachbarschaft besitzt. Noch am 27. September habe es einen mitternächtlichen Polizei- und Feuerwehreinsatz gegeben. Rudi Steffes-Ley, Löschgruppenführer der Löschgruppe Tondorf, bestätigte dies. Jugendliche, die sich dort nachts zu einer Fotosession verabredet hatten, hatten der Polizei aufgeregt berichtet, es liege ein Toter im Gelände. Die Feuerwehr hatte mit 13 Personen das Gelände ausgeleuchtet. Doch lediglich ein Einmal-Handschuh und Stiefel wurden gefunden.

Theresia Rolshoven ist sehr verärgert: „Wenn ich zufällig Eigentümerin dieses Grundstücks wäre, dann hätten mich die Behörden bis in den Konkurs getrieben.“ Und das, obwohl das Gelände eine Gefahr darstelle. „Die Institutionen unseres Rechtsstaates sind aber offenbar freigestellt“, kritisiert sie.


Kölnische Rundschau vom 22.10.2015 - Von Klaus Pesch

 

 

 

 

 
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