UNA Nettersheim

Sonntag, 24. März 2019
Bürger sollen zur Schaufel greifen
Samstag, den 29. Juni 2013 um 14:44 Uhr

Während die Bürger in Nettersheim-Buir und -Holzmühlheim Leerrohre verlegen, die die Telekom mit schnellen Internetleitungen auskleiden will, gibt es für Marmagen noch kein tragbares DSL-Konzept. Eigenleistung ist gefragt. 

Nettersheim-Marmagen. Helmut Frauenkron verbreitete am Ende des Abends Zuversicht. „Ich bin recht hoffnungsvoll, es sieht nicht schlecht aus“, resümierte er die Aussicht, dass Marmagen im nächsten Jahr einen schnellen Internetzugang erhält. Seit vier Jahren berät der Ingenieur die Gemeinde Nettersheim bei den Genehmigungsverfahren.

Mit Bürgermeister Wilfried Pracht informierte er jüngst über den Stand des DSL-Ausbaus im zweitgrößten Ort der Gemeinde. Seit dem Jahr 2009 wird darüber diskutiert. Doch während die Arbeiten in Buir und Holzmülheim mittlerweile gute Fortschritte machen, verfügt Marmagen immer noch nicht über einen schnellen Internetanschluss.

Zuschussbetrieb

Das Grundproblem ist die sogenannte Wirtschaftlichkeitslücke. Orte im ländlichen Raum mit einem Glasfaserkabel anzuschließen, das Bandbreiten von 50 MBit zulässt, ist so teuer, dass hier ein Zuschussbetrieb zu erwarten ist. Das scheuen die Unternehmen. Da der Breitbandausbau in ländlichen Gebieten aber auf der Prioritätenliste des Bundes und der Europäischen Union steht, kann die Öffentliche Hand einen Teil der Kosten übernehmen.

Foto: Stephan EverlingIn Marmagen kommt das Problem hinzu, dass sich am ersten Ausschreibungsverfahren eine Firma Lanspot beteiligte und versprach, zum Nulltarif ein „Bürger-WLAN-Netz“ zu installieren. Die Firma gibt es nicht mehr.

Eine Alternative zum Ausbau mit Kabel ist die Funktechnik LTE, die zum Beispiel in einigen Teilen von Dahlem zum Einsatz kommt. Auch in Marmagen ist sie verfügbar. Da allerdings kein Anbieter eine 95-prozentige Erreichbarkeit garantieren kann, steht trotzdem der Ausbau über Kabel auf der Wunschliste.

Billig wird das nicht. „Wir haben allerdings zur Zeit keine konkreten Zahlen, da das aktuelle Angebotsverfahren noch läuft“, sagte Pracht. In einer ersten Ausschreibung Anfang des Jahres lag das günstigste Angebot bei 350 000 Euro. „Da die Förderung auf 180 000 Euro gedeckelt ist, würden somit 170 000 Euro Eigenanteil bei der Gemeinde bleiben. Das ist nicht zu leisten“, begründete Pracht die erneute Ausschreibung. Sie läuft noch bis zum 8. August.

Leerrohr verlegen

Allein die sieben speziellen Verteilerkästen, die die Glasfasertechnik an das herkömmliche Kupfernetz anschließen, werden 210 000 Euro kosten, so viel ist sicher. Das Verlegen der Kabel in befestigten Straßen schlüge mit ungefähr 70 000 Euro pro Kilometer zu Buche.

„Zu finanzieren ist das alles nur, wenn die Bürger von Marmagen genauso mit Eigenleistungen zu dem Ausbau beitragen wie zurzeit in Buir und Holzmülheim“, sagte Pracht. Eine Möglichkeit ist es, ein Leerrohr zu verlegen.

Die Telekom hat sich eine Trasse ausgesucht, die 1900 Meter lang ist und die bei der Berechnung des Eigenanteils nach Auskunft von Pracht mit ungefähr 50 000 Euro bewertet werden könnte.


Kölner Stadtanzeiger vom 29.06.2013 - Von Stephan Everling

 

 

 
mod_vvisit_countermod_vvisit_countermod_vvisit_countermod_vvisit_countermod_vvisit_countermod_vvisit_countermod_vvisit_counter
Copyright © 2019 UNA Nettersheim. Alle Rechte vorbehalten.
Joomla! ist freie, unter der GNU/GPL-Lizenz veröffentlichte Software.