UNA Nettersheim

Dienstag, 12. November 2019
Kommt Internet jetzt per Funk?
Donnerstag, den 12. März 2009 um 16:31 Uhr

Firma "Eifel-Net" stellte Breitband-Pläne im Zingsheimer Rathaus vor.

Vom Himberg aus könnten die Signale auf so genannten Richtfunkstrecken in die einzelnen Ortschaften weitergeleitet werden.

Nettersheim-Zingsheim - Die Anbindung aller Gemeindeorte an das weltweite Datennetz wurde am Dienstag im Rathaus erörtert. Dort tagte der Entwicklungs-, Planungs-, Bau- und Umweltausschuss, auf dessen Tagesordnung auch die Breitbandversorgung des Nettersheimer Gemeindegebietes mit einem schnellen Internetzugang stand. Dazu hatte man Michael Bergeritz, einen der Geschäftsführer der Firma "Eifel-Net", in die Sitzung eingeladen. Bergeritz stellte das auf Richtfunk basierende Lösungskonzept seines Unternehmens den Ausschussmitgliedern vor.
Das Thema "Internetanbindung" wird bereits seit etlichen Jahren in Nettersheim verfolgt und wurde auch bei der letzten Sitzung des Gemeinderates im vergangenen Jahr debattiert. Die Fraktion der Unabhängigen Nettersheimer Alternative (UNA) machte erneut auf die erheblichen Mängel in der Breitbandversorgung der Gemeinde aufmerksam und hatte im Vorfeld eigene Recherchen dazu angestellt. Demnach weisen die Ortschaften Bouderath, Frohngau, Holzmülheim, Pesch und Roderath sowie Zingsheim mit seinem Gewerbegebiet und Teile Engelgaus nur eine sehr geringe Versorgungsleistung für Internetnutzer auf. Auch Bürgermeister Wilfried Pracht konstatierte am Dienstag: "Diese sieben Dörfer sind erheblich unterversorgt."

Alternativlösungen

Unter Einschaltung eines Fachplaners hatte die Gemeindeverwaltung die eingeleiteten Untersuchungen fortgeführt und sich Gedanken über die Finanzierung möglicher Alternativen zum bisherigen Internetangebot der Deutschen Telekom gemacht. Anfang dieses Jahres fand dann eine Informationsveranstaltung der Industrie- und Handelskammer Aachen zusammen mit den Landkreisen Euskirchen und Düren statt, zu der sich neben der Telekom auch Privatanbieter mit ihren Alternativlösungen vorstellten. Eine dieser Firmen war das Unternehmen "Eifel-Net", das bereits seit Jahren mit einer teilweise kabellosen Lösung in Sachen Internetempfang für den ländlichen Raum auf dem Markt ist.

Wie "Eifel-Net"-Geschäftsführer Bergeritz nun im Ausschuss erläuterte, könnte, ausgehend vom Telekom-Knotenpunkt in Tondorf, ein Zwischenverteiler angepeilt werden. Der optimale Standort befindet sich nach derzeitigem Sachstand auf dem Himberg. Von dort aus würden die Signale dann auf Richtfunkstrecken in die einzelnen Ortschaften weitergeleitet. Dieses "CuDSL" genannte Punkt-zu-Punkt-System hat eine Leistung von 100 Milliwatt, funktioniert über eine Maximalstrecke von 22 Kilometern und ist laut Bergeritz unbedenklich, was die Strahlungsschädlichkeit angeht. Bergeritz: "Bei einem direkt ans Ohr gehaltenen Handy beträgt die Strahlung dagegen 2000 Milliwatt." Ein Kontakt der Bewohner mit dem Richtsignal sei ausgeschlossen, da das Signal einen direkten und störungsfreien Kontakt per Luftlinie brauche und laserartig über die Dächer der Orte hinweg gesendet würde.

In jedem beteiligten Ort müsste "Eifel-Net" dann noch ein zusätzliches Gehäuse neben dem Telefonkabelkasten der Telekom sowie einen Empfangsmast nach Möglichkeit auf einem Gebäude installieren. "Eifel-Net" bietet der Gemeinde zunächst vertragslos die Beratung an. Voraussetzung für die Umsetzung dieser Lösung ist die Anzahl von Verträgen mit den Anschlussnehmern in den jeweiligen Orten. Wie das Ganze funktioniert und vor allem, was es die Nutzer kosten würde, wird in sechs Informationsveranstaltungen erläutert, die terminlich bereits mit den Ortsvorstehern festgelegt wurden.

Die Firma "Eifel-Net" ist derzeit auch mit den Nachbarkommunen Nettersheims in Kontakt, um die benötigte Anzahl der Interessenten für ihr System zu erreichen. Wie Bürgermeister Wilfried Pracht erklärte, habe die Gemeindeverwaltung auch die Telekom und vier weitere Anbieter in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz angeschrieben, sich an dem technologischen Prozess in der Gemeinde zu beteiligen. Zudem informierte Pracht die Ausschussmitglieder über eine geplante Förderung der Bundesregierung für den Ausbau der Informationstechnologien im ländlichen Raum. Das mit der Firma "Eifel-Net" avisierte Konzept habe man auch dem Städte-und Gemeindebund vorgelegt. Pracht: "Wir dürfen jetzt nicht »förderschädlich« vorgehen."

von Bernhard Romanowski - Kölner Stadtanzeiger 12. März 2009 

 

 
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