UNA Nettersheim

Samstag, 28. Mai 2022
Infoblatt Nr. 12 - Seite 3

 

Gegenwärtige Situation und Perspektiven für die Zukunft

Schulentwicklungsplanung im Südkreis Euskirchen war der wichtigste Tagesordnungspunkt auf der Sitzung des Schulausschusses der Gemeinde Nettersheim am 19. Februar. Ein zentrales Problem ist seit längerem bekannt: Es gibt weniger Kinder und die Hauptschulen verlieren an Attraktivität. Dies spiegelt sich in dem von der "Projektgruppe Bildung und Region" erstellten neuen Schulentwicklungsplan. Die Zusammenfassung auf Seite 116 lässt sich sinngemäß so wiedergeben:

An den Hauptschulen im Südkreis werden sich die Schülerzahlen bis zum Schuljahr 2010/2011 im Mittel um 15 % verringern und danach noch weiter sinken. In 8 Jahren, also im Schuljahr 2016/2017,  werden sie 35 % unter dem Stand des Schuljahres 2006/2007 liegen. Die Hauptschule Nettersheim (die zur Zeit 169 Schüler hat) wird mittel- bis längerfristig im Mittel 122 Schüler haben und damit nur noch über 0,8 Züge verfügen.

Das heißt, die Hauptschule wird dann pro Jahrgangsstufe nicht einmal mehr eine komplette Klasse haben, während sie zur Zeit noch 1,2 zügig ist. Die Situation in den anderen Gemeinden des Südkreises ist ähnlich. Daraus ergibt sich, dass Handlungsbedarf besteht, wenn man die Existenz der Hauptschule (oder einer anderen weiterführenden Schulform) in Nettersheim sichern will. Bemerkenswert – aber auch  typisch für die Gemeinde Nettersheim und ihren Bürgermeister – ist, dass wir die Dinge nicht auf uns zu kommen lassen wollen, sondern gemeinsam mit den Südkreis-Kommunen Blankenheim, Hellenthal, Kall, Schleiden und auch Bad Münstereifel uns den neuen Herausforderungen stellen wollen. Auf Empfehlung des Schulausschusses beschloss der Gemeinderat am 11. März deshalb einstimmig, den Bürgermeister zu beauftragen, mit den anderen Gemeinden Verhandlungen zu führen, um eine vernünftige Schulentwicklung im Südkreis zu erreichen. Ausdrücklich wurde festgestellt, dass bei diesen Verhandlungen auch über alternative Schulformen gesprochen werden soll, die im bestehenden Schulsystem nicht enthalten sind, aber in unserer ländlichen Region vielleicht passender sein können. Bemerkenswert dabei ist, dass damit jetzt auch die Nettersheimer CDU nicht mehr am bestehenden Schulsystem festhält. Wir begrüßen ausdrücklich, dass hiermit die ideologischen Scheuklappen abgelegt sind und wir jetzt gemeinsam über pragmatische Lösungen für unsere Gemeinde und den Südkreis nachdenken können.

 

Dies scheint aber nicht nur in unserer Gemeinde der Fall zu sein. Angesichts der Tatsache, dass zwei weitere Hauptschulen im Südkreis geschlossen werden müssen, wenn sich nichts ändert, ist das auch nicht verwunderlich.. Als Ergebnis ihres Treffens im Zingsheimer Rathaus teilten die Bürgermeister (bis auf den parteilosen Bürgermeister Ralf Hergarten aus Schleiden gehören alle der CDU an) dem Kölner Stadt-Anzeiger (Ausgabe vom 14. 03. 08) deshalb mit: "Das bestehende Schulsystem des Landes NRW hat im ländlichen Raum keine Zukunft mehr"



 
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