UNA Nettersheim

Dienstag, 22. Oktober 2019
Uhlenberg will klare Antwort
Dienstag, den 24. März 2009 um 18:34 Uhr

Der Kreistag befasst sich mit dem Thema. Nach Landrat Rosenkes Meinung bliebe der Eifelwald am besten in Landesbesitz.

Kreis Euskirchen - Mit dem Thema Waldverkauf befasst sich jetzt erneut der Kreistag. Umweltminister Eckhard Uhlenberg hatte den Kreis Euskirchen um eine verbindliche Aussage gebeten, ob er die rund 2700 Hektar Eifeler Waldflächen erwerben will, die von der Landesregierung zum Verkauf ausgeschrieben wurden.
Die Verwaltung schlägt vor, die Landesregierung aufzufordern, den Eifelwald nicht zu veräußern. Der Kreis sehe sich derzeit nicht in der Lage, die Flächen zu erwerben. Sollte das Land dennoch an seiner Verkaufsabsicht festhalten, will der Kreis um Aufschub bis zum Jahresende bitten. Die Zeit will man dann nutzen, um eine „tragfähige Lösung zu entwickeln, die den Verkauf obsolet machen könnte“.

„Wir müssen ein eindeutiges Signal nach Düsseldorf senden, also einen einstimmigen Beschluss aus dem Kreistag“, sagte Landrat Günter Rosenke im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. In einem Schreiben an Ministerpräsident Jürgen Rüttgers sprach er sich für den Verbleib des Staatswaldes in Landesbesitz aus. Der Kreis könne den Wald nur kaufen, wenn die Bürgermeister sich bereit erklären würden, eine höhere Kreisumlage zu zahlen. Dies werde aber wohl nicht der Fall sein. Für den Kreis sei der Wald nicht rentabel. „Die Zinsen sind derzeit zwar niedrig“, rechnete Rosenke vor, „doch im Gegenzug sind auch die Holzpreise gefallen“.

Demonstration

„Wir lassen uns nicht die Pistole auf die Brust setzen“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Josef Reidt. Wenn man nicht vom Verkauf abweiche, brauche der Kreis einen Aufschub. Allein die Klärung der rechtlichen Fragen erfordere viel Zeit.

Mittlerweile hat sich auch ein Bündnis aus Naturschutzgruppen, Heimat- und Wandervereinen, Forstleuten und Gewerkschaftern gegen die Pläne des Landes gebildet. Innerhalb dieser Allianz sieht man den Waldverkauf nicht nur als Eifeler Problem an. „Der geplante Verkauf stellt eine Gefahr für den öffentlichen Wald in ganz NRW dar, denn die Wahrscheinlichkeit weiterer Waldverkäufe nach dem ersten »Sündenfall« steigt stark an“, befürchtet Josef Tumbrinck, Sprecher der Allianz und Vorsitzender des Naturschutzbundes NRW. Ab sofort haben Bürger die Möglichkeit, ihren Protest gegen den „Ausverkauf des nordrhein-westfälischen Waldes“ direkt an den Ministerpräsidenten zu senden oder Unterschriften zu sammeln und so die Aktion „Stopp dem Staatswaldverkauf in NRW“ zu unterstützen. Dazu wurde eigens eine Internetseite eingerichtet. Zudem findet am Dienstag, 31. März, eine große Demonstration der Allianz in Nettersheim statt.
 

Von Bernhard Romanowski - Kölner Stadtanzeiger vom 24.03.09
 
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