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Dienstag, 22. Oktober 2019
Waldverkauf in der Eifel ist besiegelt
Donnerstag, den 07. Mai 2009 um 18:44 Uhr

Landtagsmehrheit segnet das Geschäft ab

Umweltminister Uhlenberg (CDU) wirft der Opposition Panikmache vor.

Düsseldorf - Einer der vier abtrünnigen CDU-Abgeordneten blieb standhaft: Clemens Pick stimmte am Mittwoch im Landtag tapfer gegen die eigene Fraktion, die mit der FDP den umstrittenen Verkauf von 3000 Hektar Staatswald in der Eifel (Kreis Euskirchen) besiegelte. Freilich ist Pick Landratskandidat im Kreis Euskirchen, und vielleicht sah Fraktionschef Helmut Stahl deshalb ein, dass sich Pick in dieser Frage daheim nicht ins Abseits stellen wollte. Die CDU-Abgeordneten Rolf Seel und Ilka von Boeselager, die sich zuvor auch gegen den Verkauf gewandt hatten, hielten sich dagegen in der namentlichen Abstimmung an die Fraktionsdisziplin.

In letzter Sekunde hatten SPD und Grüne den Verkauf im Landtag stoppen wollen. Doch dies sei faktisch gar nicht möglich gewesen, weil er bereits mit der Verabschiedung des Nachtragshaushalts im April beschlossene Sache gewesen sei, sagte CDU-Fraktionsgeschäftsführer Peter Biesenbach. Der Verkauf an die Bofrost-Stiftung soll 25 Millionen Euro in die Landeskasse spülen und so dem Abbau von Staatsschulden dienen.

Die Opposition befürchtet Nachteile für den Natur- und Artenschutz ebenso wie für den Tourismus. "Sie wollen einen Teil der Heimat an Bofrost versilbern", kritisierte die SPD-Abgeordnete Svenja Schulze. Johannes Remmel von den Grünen nahm der Regierung das Argument Schuldenabbau nicht ab. "Dann müssten sie schon Flächen wie die russische Taiga verkaufen."

NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg (CDU) warf SPD und Grünen vor, Panik zu schüren. Ihre Unterstellung, der Wald werde nun abgeholzt, eingezäunt oder unsachgemäß bewirtschaftet, sei eine Beleidigung für die 150 000 privaten Waldbesitzer im Lande. Auch für Spaziergänger ändere sich nichts. "Es kann nicht jeder Waldbesitzer hingehen und den Wald absperren. Naturschutz und Umweltschutz finden auch im Privatwald statt."

Bei dem Verkauf gehe es lediglich um 0,3 Prozent der Waldfläche in NRW. Die Staatswaldfläche sei in den vergangenen Jahren stetig auf fast 120 000 Hektar vergrößert worden. Uhlenberg kündigte an, dass in den nächsten Jahren weitere Waldflächen für den Hochwasserschutz hinzugekauft würden. In NRW sind zwei Drittel der 937 000 Hektar Wald in privatem Eigentum.

 

Kölner Stadtanzeiger vom 07.05.2009 - HEINZ TUTT

 
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