UNA Nettersheim

Montag, 15. Juli 2019
4000 Unterschriften gesammelt
Dienstag, den 21. April 2009 um 16:59 Uhr
Minister Eckhard Uhlenberg ist sich sicher: Eifeler Staatsforst wird verkauft
Morgen tagt in Düsseldorf der Umweltausschuss der Landesregierung zu diesem Thema.

Kreis Euskirchen/Düsseldorf - Gestern machten sich die Vertreter der Allianz gegen den Staatswaldverkauf auf den Weg nach Düsseldorf. Das Bündnis, dem neben verschiedenen Naturschutzgruppen auch der Eifelverein, die Industriegewerkschaft Bauern-Agrar-Umwelt und der Bund deutscher Forstleute angehören, hatte in den vergangenen drei Wochen echte Fleißarbeit geleistet. Das Ergebnis, über 4 000 Unterschriften, wurden in Düsseldorf Umweltminister Eckhard Uhlenberg übergeben.
"Es wären noch mehr geworden, wenn wir mehr Zeit gehabt hätten", bilanzierte Josef Tumbrinck die Unterschriftenaktion. Tumbrinck ist Vorsitzender der Naturschutzorganisation Nabu NRW und zugleich Sprecher der Allianz. "Sowas dauert", erklärte er gegenüber dem "Kölner Stadt-Anzeiger" und berichtete weiter, dass die Aktion eigentlich jetzt erst so richtig anlaufe. Zwei Drittel der Unterschriften stammten aus der Eifel. Tumbrinck: "Allein in der Gemeinde Nettersheim haben zwei Drittel der Bevölkerung gegen den Waldverkauf unterschrieben." Ein Drittel aller Unterschriften wurde laut Tumbrinck in ganz NRW gesammelt.

Die überregionale Resonanz sei mit der Befürchtung der Bürger zu erklären, dass es nicht beim Verkauf von rund 2 700 Hektar Staatsforst in der Eifel bleiben werde. Demnach sei man auch andernorts für dieses Thema sensibilisiert.

"Sündenfall"

An der Übergabe der Unterschriften nahmen auch Paul Kröfges und Horst Meister vom BUND sowie Gerhard Naendrup von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald teil. Auch sie sind der Meinung: "Es wird vermutlich nicht bei diesem einzigen Sündenfall der Landesregierung bleiben. Weitere großflächige Waldverkäufe in hochverschuldeten Kommunen oder auch in anderen Bundesländern werden folgen." Zudem sprachen sie sich in Düsseldorf für eine Alternative zum Verkauf der Flächen an die Bofrost-Stiftung aus. Demnach wäre in Betracht zu ziehen, einen Teil des Waldes an die interessierte Gemeinde Nettersheim und an die Stiftung Victor F. Rolff zu verkaufen. Letztere sei eine gemeinnützige Einrichtung, die sich im Gegensatz zur Bofrost-Stiftung auch dem Naturschutz verpflichtet fühle. Bis diese Option geprüft sei, so die Allianz, solle die Angelegenheit im Landtag zurückgestellt werden.

Minister Uhlenberg indes ging am Montag davon aus, dass der Verkaufsvertrag so beschlossen werde, wie er derzeit mit der Bofrost-Stiftung als Käufer vorliegt. Die Hoffnung auf eine alternative Lösung teilte Uhlenberg nicht, zumal ihm keine Unterlagen über konkrete Alternativvorschläge vorlägen. So zumindest zitierte Allianzsprecher Tumbrinck den Minister. Am Mittwoch tagt der Düsseldorfer Umweltausschuss zu dem Thema.

BERNHARD ROMANOWSKI  -  Kölner Stadtanzeiger vom 21.04.2009
 
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