UNA Nettersheim

Samstag, 15. Dezember 2018
2011 - Ausweisung von Standorten für Windenergieanlagen
Mittwoch, den 15. Juni 2011 um 17:52 Uhr
Herrn
Bürgermeister 
W. Pracht

Entwicklungs-, Planungs-, Bau- und Umweltausschuss 21. 06. 2011
 
Hier: 
Antrag der UNA-Fraktion auf Ausweisung von Standorten für Windenergieanlagen
 
Antrag
 
Die UNA-Fraktion beantragt, die notwendigen Schritte einzuleiten (Änderung Flächennutzungs-plan, etc.), um am Ende der Autobahn A1 auf der Tondorf gegenüberliegenden Seite den Bau von Windkraftanlagen zu ermöglichen. Nähere Angaben s. Anlagen.
 
Begründung
 
Der Atomausstieg wird mittlerweile auch von der aktuellen Regierung gefordert. Dies ist nur möglich bei einem weiteren Ausbau der regenerativen Energien, also z. B. auch der Windenergie.

In der Vergangenheit hat der Bau von Windenergieanlagen manchmal zu Problemen geführt. Als Beispiel sei hier nur an die Errichtung des Windparks zwischen Dottel und Kallmuth erinnert. Für die Akzeptanz der Anlagen in der Bevölkerung ist die Standortfrage natürlich von entscheidender Bedeutung. 

Die von uns vorgeschlagenen Flächen dürften wohl zu den unproblematischsten Standorten in unserer Gemeinde gehören. Die Abstände sind größer als selbst nach der alten Erlasslage erforderlich. Außerdem fallen die Belastungen für die Landschaft und durch Geräuschimmissionen angesichts der A1 nicht so sehr ins Gewicht wie an anderen Standorten.

Im Entwurf zum neuen Windenergieerlass ist ausdrücklich vorgesehen, den Bau von Windenergieanlagen neben Fernstraßen - also auch Autobahnen - zu fördern.

Auch in dem von Birgit Bilstein im Auftrag der Gemeinde 1997 erstellten Gutachten für eine mögliche Nettersheimer Windkraftkonzentrationszone, in dem das gesamte Gemeindegabiet untersucht wurde, waren ursprünglich Flächen entlang der Autobahn vorgesehen, sogar auf der Tondorfer Seite der A1.

Bei einer Veranstaltung der Landwirtschaftskammer NRW am 2. 3. 2011 zum Thema "Klimaschutz - mit regenerativen Energien Geld verdienen" hielt Herr Hans-Willi Schruff, Geschäftsführer der Dürener Firma REA (Regenerative Energie Anlagen Management) einen Vortrag über die Möglichkeiten der Windenergie in unserer Region. Die anwesenden Vertreter der UNA-Fraktion, Franz-Josef Hilger und Edwin Poth, sprachen die Situation in der Gemeinde Nettersheim an. Herr Schruff erklärte sich bereit, die notwendigen Erkundungen und Untersuchungen vorzunehmen, um im Rahmen einer ersten Entwurfsplanung mögliche Standorte aufzeigen zu können. Mittlerweile hat Herr Schruff sich entschlossen, für die REA einen konkreten Antrag auf Errichtung eines Bürgerwindparks zu stellen, der der Gemeinde noch zugestellt wird. Der UNA geht es um die Ausweisung dieses Gebietes als mögliche Fläche für Windenergieanlagen.

Insgesamt sind im Entwurf von Herrn Schruff 10 mögliche Standorte vorgesehen (s. Anlage). Nach dem uns vorliegenden Kartenmaterial stehen die Anlagen  3, 4, 7, 8, 9, 10 auf Gemeindegrund, Anlage 5 zum Teil. Auf einen zwischen den Anlagen 4 und 9 zusätzlich möglichen Standort wurde wegen der auf der Karte noch nicht eingezeichneten Wildbrücke verzichtet. Außerdem wird hierdurch der Abstand zu Birkenheck zusätzlich noch größer.

Grundsätzlich: Unser Vorschlag richtet sich nicht gegen mögliche andere Vorschläge für Windenergieanlagen in unserer Gemeinde. Im Gegenteil: Wir unterstützen die Bestrebungen der Pfarrgemeinde St. Laurentius Marmagen, die einzigen uns bis jetzt bekannten konkreten Pläne zur Errichtung von Windenergieanlagen in unserer Gemeinde.

Wir wollen auch den Untersuchungen des Wuppertal-Instituts nicht vorgreifen, das in der letzten Ratssitzung mit entsprechenden Untersuchungen in unserer Gemeinde beauftragt worden ist. Andere Flächen, die wir als mögliche Standorte ins Auge gefasst haben, sprechen wir deshalb hier nicht an. Es gibt aus unserer Sicht mögliche Flächen, die eine interkommunale Zusammenarbeit nahelegen. Auch unser jetziger Vorschlag lässt eine Ausweitung der Fläche und Zusammenarbeit mit Blankenheim als möglich erscheinen; wir haben diesen Aspekt aber noch nicht konkret untersucht.

Angesichts möglicher Probleme mit Netzkapazitäten und der Aktivitäten in den umliegenden Gemeinden wollen wir aber nicht tatenlos bleiben. Außerdem ergeben sich hierdurch zusätzliche Einnahmemöglichkeiten für unsere Gemeinde und damit die Möglichkeit, Kosten und Gebühren für unsere Bürger stabil zu halten und womöglich zu senken oder zusätzliche Leistungen anzubieten. Denkbar wäre z. B. eine Übernahme der Elternbeiträge für die Kindergärten.

Bei unseren Überlegungen haben wir uns von folgenden Punkten leiten lassen:

 

  1. Die Fläche muss möglichst unproblematisch sein und von unseren Bürgerinnen und Bürgern akzeptiert werden können.
  2. Nach Möglichkeit sollten auch geeignete gemeindeeigene Flächen enthalten sein, um die Gemeindekasse schon bei den Pachteinnahmen zu beteiligen.
  3. Die Möglichkeit zur Beteiligung der Bürger (Stichwort: Bürgerwindpark) soll vorgesehen werden.

 

Zusammenfassend lässt sich sagen: Es gab schon 1997 ein Gutachten, in dem Standorte entlang der A1 vorgeschlagen wurden; es dürfte sich hier um einen der unproblematischsten Standorte in unserer Gemeinde handeln; die hier mögliche Errichtung von Windenergieanlagen auf Gemeinde-grundstücken bringt auch der Gemeinde erhebliche Pachteinnahmen; die Beteiligung der Bürger ist möglich.

Weitere Begründung in der Sitzung.

Mit freundlichen Grüßen

Franz-Josef Hilger
 
 
ANHANG: 
 
Windkraftkonzentrationszone A1 
 Vorrangzone für Windkraft
 
Realiserung eines Bürgerwindparks an der Autobahn A1 in der Gemeinde Nettersheim

Die Windkraft hat in Deutschland den höchsten Anteil bei den regenerativen Energien, dank der hohen Effektivität. Die Windenergie an Land liefert zudem von allen regenerativen Energien den preiswertesten Strom (8,93 ct bzw. 4,87 ct je kWh).
 
Die Bundesregierung hat aus Gründen der Sicherheit beschlossen den Anteil der regenerativen Energien zu erhöhen. In NRW werden derzeit aufgrund des vergleichsweisen hohen Bedarfs nur 3 % des Stromes durch Windenergie erzeugt. Die Vorrangflächen sollen daher von derzeit 0,7 % der Landesfläche auf ca. 2 % erhöht werden. Ein neuer Windenergieerlass wird hierzu derzeit erstellt.
 
Zum Schutz der Wohnbebauung wurden hierzu bereits im Vorhinein die Möglichkeiten hierfür erörtert. Infrastrukturstraßen, wie die Autobahn A1 liegen meist weit ab von der Bebauung. Nach dem maßgeblichen Kriterium „Schutz der Wohnbebauung" haben wir das Gemeindegebiet untersucht und im Bereich des Autobahnanschlusses an die Bundesstraße B51 für die Errichtung eines Windparks den besten Ort gefunden.
 
Die Vorrangfläche des geplanten Windparks wurde nach den gültigen Kriterien des Windkrafterlasses NRW 2005 und des Referentenentwurfs des neuen Windenergieerlasses untersucht.
 
Zu den angrenzenden Naturschutzgebieten haben wir entsprechende Abstände eingeplant.
 
Die Belange des Naturschutzes müssen noch von unabhängiger Seite durch den Landschaftsplaner untersucht werden. Eine qualifizierte Untersuchung aller Arten erfordert einen Zeitraum von einem Jahr. Bis zur Genehmigung der Windenergieanlagen muss dieser Bericht vorliegen. Bei der geplanten Vorrangfläche handelt es sich um Acker, Wiese und Waldgebiete. In Waldgebieten soll der genaue Standort nur die Fichtenflächen nutzen.
 
Die Abstände zu den umliegenden Ortschaften sind großzügig bemessen und lassen die Planung von großen Windenergieanlagen nach dem Stand der Technik zu.
 
Zu dem nächsten Einzelhof haben wir einen Abstand von mindestens 500 m eingeplant. Der nächste Abstand zur Wohnbebauung liegt bei einer Anlage bei einem Kilometer, sonst weit darüber. In allen Fällen ist die Autobahn noch vorgelagert.
 
Für das Vorranggebiet kommen Anlagen nach dem Stand der Technik in Frage, die die hohe Energiegewinnung und damit eine höchst mögliche Nutzung für die Umwelt erbringen. Hierfür haben wir folgende Windenergieanlagen des größten deutschen Herstellers Enercon gewählt:
 
Vorrangzone Autobahn: 10 Enercon Anlagen E 101, 3 MW, 135 m Nabenhöhe
Regenerativer Energieertrag geplant ca. 80 Mio. kWh je Jahr
 
Die Anlagen 3, 4, 7, 8, 9, 10 und die Anlage 5 z.T. liegen auf dem Gebiet der Gemeinde. 

Fraktion 09.06.2011
 
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